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6/2016

Laborjournal

NACHRICHTEN

9

Das BMBF und das nordrhein-west-

fälische Wissenschaftsministerium

spendieren dem

Zoologischen For-

schungsmuseum Alexander Koenig

(ZFMK)

in Bonn

23 neue Stellen

.

Sechs weitere Stellen stemmt das

Institut aus eigenen Mitteln. Dazu

ist ein Neubau geplant, in dem an

Artendiversität und Umweltverände-

rungen geforscht werden soll. Die

Maßnahmen sollen die Informatik im

ZFMK aufrüsten, wovon vor allem das

dortige Zentrum für Molekulare Biodi-

versitätforschung (ZMB) profitiert.

Die

Uni Würzburg

erhält drei

Millionen Euro aus EU-Mitteln, die die

Regierung von Unterfranken bereits im

Frühjahr bewilligte. Neben einem Vor-

haben zur Meteorbeobachtung werden

zwei biomedizinische Projekte geför-

dert: Das Orthopädische Zentrum für

Muskuloskelettale Forschung soll zum

Zentrum für Bewegungsforschung

ausgebaut werden, das Diagnostik,

Prävention und die Entwicklung neuer

Therapien von

degenerativen mus-

kuloskelettalen Erkrankungen

im Fo-

kus hat. Am Projekt

„HOBOS – Honey

Bee Online Studies“

wirken neben der

Uni auch Unternehmen der Region

mit. Ziel ist die Entwicklung einer

Bienenhaltung, die eine störungsfreie

Beobachtung der Tiere ermöglicht.

Ebenfalls nach Süddeutschland

fließen 11,5 Millionen Euro, und zwar

von der Werner Siemens-Stiftung zur

TU München. Das Geld erhält der von

Thomas Brück

geleitete Lehr- und

Forschungsschwerpunkt

Synthetische

Biotechnologie

und soll unter ande-

rem dazu dienen, Labore am Standort

Garching besser auszustatten und ein

Schüler-/Lehrerlabor einzurichten.

Die

Helmholtz-Gemeinschaft

richtet

sieben neue Labore als Schnittstellen

zur außeruniversitären Forschung ein.

In diesen

Helmholtz Innovation Labs

(HIL)

können Forscher aus der Indus-

trie mit Helmholtz-Wissenschaftlern

kooperieren, wobei diese Tür Unter-

nehmen jeder Größenordnung offen-

stehen soll. Jedes HIL wird direkt in

eines der Helmholtz-Zentren integriert,

um eine optimale Kooperationsstruktur

zu ermöglichen.

-MR

E

-

Förderung kompakt

Frisch gefördert...

Horizon 2020

Essen und Epigenetik

Ernährungsratgeber sindwie Tageszei-

tungen: Es steht jedeWoche etwas anderes

drin. Gestern war das Cholesterin in den

Eiern noch böse, heute ist es eher unbe-

denklich. Dafür ist Wurst derzeit krebser-

regend. Tatsächlich sind Ergebnisse aus der

Ernährungsforschung häufig alles andere

als eindeutig. Was man aus wissenschaft-

licher Sicht aber ziemlich sicher aus Stu-

dien schließen kann: Übergewicht steigert

das Risiko für VolksleidenwieDiabetes und

kardiovaskuläre Erkrankungen. Was aber

passiert auf genomischer Ebene, wenn

etwa die Insulinsensitivität mit der Zeit

abnimmt? Und wie wirken einzelne

Stoff-

wechselprodukte der aufgenommenen

Nahrungauf epigenetischer Ebene

? Fra-

genwie diesenmöchte

Andreas Ladurner

von der LMUMünchen nachgehen und lei-

tet künftig ein EU-Doktorandennetzwerk,

an dem elf weitere Forschungseinrich-

tungen beteiligt sind. ChroMe nennt sich

das Nachwuchsprojekt, das von der EU im

Rahmen vonHorizon 2020 eine Förderung

von insgesamt 3,8Millionen Euro erhält. 15

Doktoranden sollen darin demnächst ihre

Arbeiten beginnen.

Human Frontier Science Program

Aktin im Kern

Auch im Zellkern gibt es Aktin. Das

hatten unter anderem Arbeiten gezeigt,

an denen auch

Robert Grosse

von der

Uni Marburg beteiligt war. Mit Forschern

aus England und Japan hat er sich nun zu-

sammengetan, umherauszufinden, welche

Prozesse das Protein im Zellkern steuert –

und ob es sich auch auf die Genexpression

auswirkt. Mittels optogenetischer Metho-

den können die Forscher das Wachstum

des

Aktinskeletts

steuern und wollen

beispielsweise untersuchen, inwiefern das

Protein an der Umprogrammierung von

Zellen beteiligt ist. Der vonMarburg aus ge-

leitete Forschungsverbund erhielt jetzt vom

Human Frontier Science Program (HFSP)

eine Million Euro für sein Aktinprojekt.

EU und mehr

Hirnentstörung

Der

Brain-derived neurotrophic fac-

tor

, kurz BDNF, steuert neuroplastische

Prozesse im Gehirn; bei

Alzheimer und

ChoreaHuntington

sindBDNF-assoziierte

Signalwege entsprechend gestört. Unter

dem Namen „CircProt“ (für

Synaptic cir-

cuit protection in AD and HD: BDNF/TrkB

and Arc signaling as rescue factors

) will ein

Forscherverbund nun am Tiermodell und

anhand von Computersimulationen unter-

suchen, mit welchen anderen Proteinen

BDNF interagiert – und wie man medika-

mentös eingreifen kann, umdie Symptome

der neurodegenerativen Erkrankungen zu

mildern. Dafür stehen CircProt für die

nächsten drei Jahre 2,3 Millionen Euro

zur Verfügung, die die EU zusammen mit

Forschungsförderern aus den Ländern der

acht beteiligten Einrichtungen spendiert.

Die Federführung hat dieGruppe von

Volk-

mar Leßmann

an der Uni Magdeburg.

VIP+-Programm des BMBF

Zucker fürs Auge

Mit dem VIP+-Förderprogramm un-

terstützt das BMBF Projekte von Grund-

lagenforschern, die ihre Ergebnisse und

Techniken validieren und in Richtung

Markttauglichkeit weiterentwickeln wol-

len. 1,5 Millionen Euro aus diesem Topf

fließen jetzt in ein Projekt unter Leitung der

Uni Bonn. Dort sucht

Harald Neumann

nach Wegen zur Behandlung

Altersab-

hängiger Makuladegeneration (AMD)

und hat sich dazu mit Kollegen der Unis in

Hannover und Köln zusammengetan. Bei

AMD geht der Verlust vonSehzellen auf das

Konto überschießender Immunreaktionen.

Neumann und Co. konnten aber zeigen,

dass Polysialinsäure-Zucker Entzündungen

der Retina eindämmen – und damit Schä-

dender Blutgefäße undSinneszellenverlust

vorbeugen. Jetzt wollen sie klären, ob diese

Zucker auch als Wirkstoffe zur AMD-The-

rapie geeignet sind.

-MR

E

-

Foto: Fotolia / YakobchukOlena