Laborjournal 2018-01/04

| 4/2018 12 NACHRICHTEN » Das krisengeschüttelte LeibnizIn­ stitut für Alternsforschung – FritzLip­ mannInstitut e.V. (FLI) hat um Sondermittel gebeten und diese nun bewilligt bekommen. So fließen in den kommenden Jahren fünf Millionen Euro zusätzliche Mittel von Bund und Land Thüringen ans FLI, um den Forschungs­ schwerpunkt „ Mikrobiom und Altern “ aufzubauen. Mit dem Geld geplant sind eine W3Professur in Kooperation mit der Medizinischen Fakultät der Fried­ richSchillerUniversität Jena wie auch eine Seniorgruppe und zwei zusätzliche Juniorforschungsgruppen am FLI. » Birte Höcker von der Universität Bay­ reuth möchte monoklonale Antikörper ersetzen – und zwar durch modular auf­ gebaute Proteine, die entsprechend der jeweiligen Anforderungen nach einem BaukastenPrinzip zusammengesetzt werden können. Die Moleküle sollen nicht nur kostengünstiger sein, sondern auch sehr viel zielgenauer arbeiten als monoklonale Antikörper und über eine vollständig definierte Struktur verfügen. Höcker koordiniert das Projekt mit dem Namen „PReART“ und bekommt Un­ terstützung von der Universität Zürich, der Aston University in Birmingham – und der Europäischen Union. Letztere fördert das Forschungsvorhaben im Rahmen des Horizon2020Programms für vier Jahre mit 3,6 Millionen Euro. » Die Deutsche Forschungsgemein­ schaft (DFG) zeichnet den Biochemiker Nikolaus Pfanner mit einem Reinhart KoselleckProjekt aus. Der Freiburger leitet das Institut für Biochemie und Molekularbiologie an der Medizinischen Fakultät der AlbertLudwigsUniversität und untersucht den Aufbau und die Entstehung der Mitochondrien . Beson­ deres Augenmerk legt er auf Proteine, die in diesem Kontext gleich mehrere Funktionen ausüben. Die Fördermittel in Höhe von 1,2 Millionen Euro darf Pfan­ ner in den nächsten fünf Jahren flexibel für seine Projekte einsetzen. Juliet Merz Förderung kompakt Frisch gefördert Médéric Diard Foto: Robert-Koch-Stiftung Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) ver­ gibt 39 neue Förderprofessuren. Damit können junge Forscher ein eigenständiges Projekt an einer Schweizer Hochschule verwirklichen und erhalten dafür vier Jahre lang durchschnittlich je 14,5 Millionen Franken pro Jahr. Folgende sechs Projekte widmen sich biologischmedi­ zinischen Fragestellungen: » „ Plant Chromatin Remodeling “ – Sylvain Bischof , Universität Zürich. » „ Sense of Agency and Stress in Functional Neurological Disorders “ – Rusca Selma Aybek , Universität Bern. » Keeping one Step ahead: Understanding Evolution of Pathogens to manage their Viru- lence and to stop their Transmission “ – Médéric Diard , Universität Basel. » „ INsIDER: ImagiNg the Interplay between Axonal DamagEandRepair inMultiple Sclerosis “ – Cristina Granziera , Universität Basel. » „ Combined Microglia Modulation and Tumor Targeting against Glioblastoma “ – Gre- gor Hutter , Universität Basel. » „ Towards the functional Cure of Hepatitis B Virus Infection: Longitudinal Studies to assess long-term Outcomes in Switzerland and Sub- Saharan Africa “ – Gilles Olivier Wandeler , Universität Bern. Hirn, Viren, Pflanzen Schweizerische Nationalfonds (SNF) Die hessische„LandesOffensive für die EntwicklungWissenschaftlichökonomischer Exzellenz“ (LOEWE) fördert seit zehn Jahren die Forschung in Hessenmit mehr als 700 Millionen Euro. Nun ist ein neues Forschungszentrum hinzugekommen: In„Translationale Biodiversitätsgenomik“ (LOEWETBG) starten Forscher eine Sequenzierungsoffensive, um das Erbgut von Tieren, Pflanzen und Pilzen weiter zu entschlüsseln. Die Informationen fließen in die digitale Sammlung „ SenckenbergBiodiversityGenomeCollection “ und sollenderMedizinunddemArtenschutz dienen. Koordinieren wird das Ganze Axel Janke von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der JohannWolfgang GoetheUniversität in Frankfurt amMain. Außerdemmit dabei sind die JustusLiebig Universität Gießen und das FraunhoferInstitut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie IME in Schmallenberg. JulietMerz Sequenzierungsoffensive LOEWE Seltene Erkrankungen effektiv zu therapieren, ist schwierig, da dasWissen über ihre Ursachen und Symptome meist fehlt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) möchte Seltene Erkrankungen daher verstärkt untersuchen lassen. Dazu spendiert es über die nächs­ ten vier Jahre 21 Millionen Euro für deren anwendungsorientierte Grundlagenforschung, kli­ nische Forschung und Versorgungsforschung. Mit gutemBeispiel gehen bereitsWissenschaftler in Ulm voran, die zu Amyotropher Lateral­ sklerose (ALS), Frontotemporaler Demenz (FTD) und der HuntingtonKrankheit forschen. Daher wird Ulm ein weiterer Standort des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und kann sich ab 2021 über eine jährliche Förderung von drei Millionen Euro freuen. Willst Du gelten, mach Dich selten BMBF LJ_418_Nachrichten.indd 12 20.03.18 14:41

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