Laborjournal 2018-05

| 5/2018 46 Wirtschaft Ende 2017 verkündete das Karlsruher Auf- tragsforschungslabor MicroMol die Übernah- me durch die Tentamus-Gruppe ( LJ berichte- te: 11/2017, S. 48). Das ist nach dem überra- schendenTod von Gründer und Geschäftsfüh- rer Andreas Dreusch im vergangenen Som- mer das vorläufige Ende der Unternehmens- umstrukturierung und ein neues Kapitel in der immerhin schon mehr als zwanzigjähri- gen Firmengeschichte. Aber der Reihe nach. Gegründet wurdeMicroMol vomEhepaar Andrea undAndreas Dreusch imJahr 1996. Die gebürtigen Karlsruher studierten an der dor- tigen Universität Mikrobiologie und stießen alsbald auf das damals in der Pharmabran- che noch neue Phänomen des„ Outsourcing “: größere und kleinere Unternehmen lagerten Validierungsprozesse an externe Dienstleis- ter aus und ließen beispielsweise (prä-)klini- sche Studien durchführen. Als logische Kon- sequenz gründeten die Dreuschs nach ihrer Promotion ein mikro- und molekularbiologi- sches Beratungs- sowie Dienstleistungslabor für die Pharma-, Lebensmittel- und Kosme- tikindustrie. Breit gefächert Seitdem ist viel passiert. Die umtriebigen Mikrobiologen erweiterten nicht nur nach und nach das methodische Portfolio ihrer Firma undmauserten sich zu einemweltweit aktiven Unternehmen. Unter der Marke BioReference verkauften sie auch bakterielle Kontrollstäm- me wie etwa Enterokokken und Legionellen. 2004 erblickte die Beratungsfirma FPQS ( Food ProductionQuality Service ) als MicroMol-Spin- off das Licht der Biotechwelt und kümmerte sich fortan um Qualitätsmanagementsyste- me in der Lebensmittelindustrie. Zusätzlich ist MicroMol-Geschäftsführerin Andrea Dreusch als Auditorin und Beraterin für Lebensmittel- sicherheit (bei Consumer Protection Manage- ment ) aktiv. Gleichzeitig verloren die Karlsruher die Forschung nicht aus den Augen. Gemein- sammit der Darmstädter R-BiopharmAG ver- suchte sich MicroMol beispielsweise in einem vom Bundesministerium für Bildung und For- schung (BMBF) im Rahmen der Förderinitia- tive„KMU-innovativ“ unterstützten Koopera­ Der baden-württembergische Dienstleister MicroMol verkleinert nach dem Verkauf an Tentamus sein Methoden-Portfolio und konzentriert sich auf Phagen- und funktionelle Zellanalytik. Alles bleibt anders Firmenporträt: Micromol (Karlsruhe) Die MicroMol-Belegschaft mit Geschäftsführerin und Gründerin Andrea Dreusch (vorne, dritte von links) sowie demwissenschaftlichen Leiter Wolfgang Rudy (hinten, links). Foto: MicroMol

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