Laborjournal 2018-06

6/2018 | 47 WirTschAfT Was genau bedeutet Daten- undWissens- management? Heumannnennt Beispiele:„Wel- che Funktion haben einzelne Proteine oder regulatorische Netzwerke, wie setze ich mei- nen Baukasten vernünftigerweise zusammen, wenn ich synthetische Biologie betreibenwill? Oder was sind mögliche Biomarker mit einer bestimmten pathophysiologischen, prädikti- ven Kraft? Das sind typische Fragestellungen“, und er ergänzt:„Oder ichmöchtemeinenMit- arbeitern das Unternehmenswissen zugäng- lichmachen, eine Art‚Siri for Science‘ , das auch damit umgehen kann, dass Fragestellungen eben nicht einfachmit ja oder nein beantwor- tet werden können.“ An Kunden mangelt es nicht: BASF, Roche, Sanofi, Morphosys – das Who is Who der europäischen Biotech-Szene gibt sich in Planegg die Klinke in die Hand. Just im April des aktuellen Jahres verlautbarten Biomax Informatics und der deutsche Phar- ma-Gigant Boehringer, dass die bereits seit etlichen Jahren bestehenden Geschäftsbezie- hungen vertieft würden. Biomax Informatics stellt den Ingelheimern mit BioXM ein Wis- sensmanagement-System zur Verfügung, im Gegenzug fließen auch langfristig Lizenzge- bühren nach Süddeutschland.„BioXM zeich- net sich dadurch aus, dass es durch Konfigura- tion an unterschiedliche Fragestellungen zur Datenanalyse und -interpretation angepasst werden kann. Mit dem Modul BioRS lassen sich außerdem hausinterne Datenbanken so- wie externesWissen integrieren“, so Heumann. Maßgeschneiderte Software Der Vorteil für den Kunden liege klar auf der Hand, ist der Biomax-Geschäftsführer si- cher: Natürlich werden die Softwarepakete ständig weiterentwickelt. Alle Neuerungen und Anpassungen kommen somit über den Mietzeitraum auch den Lizenznehmern zugu- te. Denn „ one size fits all funktioniert nicht“, stellt Heumann klar. Ziel sei es zwar, zwischen 80 und 95 Prozent der benötigten Software-Ei- genschaften mit der generischen Funktiona- lität abzudecken. Der Rest müsse aber maß- geschneidert konfiguriert oder gar neu ent- wickelt werden. Dennoch: „Unser Geschäfts- modell basiert auf der Vermietung unserer Kerntechnologie plus Anpassungskompo- nenten. Wir sind in diesem Sinne eine klassi- sche Pick-and-Shovel-Company .“ Was das ist? Um beim Gartenbeispiel zu bleiben: Das wä- re der Schmied, der mir einen passenden Spa- ten dengelt, damit ich zentnerweise Gemüse anbauen und auf demMarkt demEndkunden feilbieten kann. Klar ist: Ohne solche Zulieferer undDienst- leister geht es nicht, aber nur selten erlangen sie solche Bekanntheit wie beispielsweise In- tel mit seinen Prozessoren, deren Jingle wohl jeder mitsummen kann. Meistens arbeiten sie im Verborgenen und sorgen dafür, dass Ma- schinen zuverlässig arbeiten und Fließbänder ohne Pause laufen. Die Vorteile für die Unter- nehmen scheinen so schwer zu wiegen, dass sie den Dienstleistern immerhin Tür und Tor öffnen und so proprietäre Technologien und mitunter Unternehmensgeheimnisse offenba- ren. Vertrauen ist also wichtig; und Vertrauen muss man sich verdienen, daran lassen alle In- terviewpartner keinen Zweifel. Deshalb tref- fen sich Dienstleister und (neue) Kunden zwar unverbindlich zum Speed-Dating auf Messen wie zum Beispiel der Medica oder Analytica. Sogar eigene Outsourcing -Messen gibt es, wie die Bio2Business, die Mitte Juni in Basel statt- findet. Aber die besteWerbung sind selbstver- ständlich bereits zufriedene Kunden. Das ist in der Biotech-Welt so, und beim Bio-Gemüse nicht anders. Also, Spaten ge- schultert und auf in die Rabatten. Sigrid März SIE SIND DOCH KEIN ROBOTER... BEFREIEN SIE SICH VOM ROUTINE-PIPETTIEREN www.integra-biosciences.com AutomatischeVerdünnungsreihen,ReagenzzugabenundProbenumformattierungen sind damit für jedes Labor erschwinglich . Kompatibel mit INTEGRAs elektronischen 4- bis 16-Kanalpipetten, liefert konsistente Pipettierergebnisse und entlastet Ihre Hände. VOYAGER - Pipetten mit einstellbarem Spitzenabstand VIAFLO - elektronische Pipetten ASSIST PLUS automatisiert Mehrkanalpipetten

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