Laborjournal 2018-06

| 6/2018 48 Wirtschaft Am frühen Morgen trifft die Laborjournal -Re- porterin knapp dreißig Kilometer nördlich von Köln auf die gut gelaunte Führungsriege von Cube Biotech: BarbaraMaertens, Biologie-Stu- dium und Promotion in Bonn und Köln, da- nach Postdoc in Freiburg, und nun zuständig für Projektakquise undVerkauf; Jan Kubicek, in Jülich über Membranproteine promoviert, be- aufsichtigt Qualitätskontrolle und Geschäfts- entwicklung; Roland Fabis, promovierter Che- miker (Münster), kümmert sich um das ope- rative Geschäft und die Logistik. Alle wuseln durchs Labor und stecken bis zu den Ellen- bogen in Experimenten, mit offensichtlichem Spaß an der Sache:„Die Leidenschaft und Be- geisterung für das, was wir hier machen dür- fen, treibt uns an“, strahlt Kubicek und stöp- selt noch schnell ein paar Stecker in eine Ap- paratur. Kurze Zeit später sitzen sie imBespre- chungsraum; hinzu gekommen ist noch Mit- gründer Roland Kamp, gelernter Steuerbera- ter und Diplomkaufmann, der von Anfang an ein Auge auf die Finanzen hat. Vor der Firmengründung einte die drei Geschäftsführer Maertens, Fabis und Kubicek der Arbeitgeber, nämlich der Hildener Dia- gnostik- und -Reagenziengigant Qiagen. Ir- gendwann reifte die Idee, eigene Produkte zu entwickeln – und etablierte zu verbessern. „Wir haben ein Material entwickelt, welches nicht nur inGegenwart von EDTA [ Anm. d. Red.: Ethylendiamintetraessigsäure] Proteinemit ei- nemHis-Tag zuverlässig bindet, sondern auch relativ große Mengen weiterer Chemikalien toleriert, wie zum Beispiel DTT [ Anm. d. Red.: Dithiothreitol] oder beta-Mercaptoethanol“, berichtet Fabis. Cube Biotechs Expertise al- lerdings sind Membranproteine, genauer de- ren stabile Aufreinigung und Strukturaufklä- rung; und daran seien Pharmafirmen interes- siert, weiß Maertens. Damit hat das Start-up seine Nische besetzt: 2012 erblickte die Fir- ma am Creative Campus Monheimunweit des Rheins das Licht der Welt. Warum ausgerechnet Membranprotei- ne? „Sie machen immerhin dreißig Prozent des Gesamtproteoms aus, das ist eine Men- ge“, sagt Kubicek und ergänzt: „Und bereits heute sind Membranproteine begehrte Ziel- moleküle für Medikamente.“ EinMembranpro- teingrüppchen, welches besonderes Interesse genießt, sind die G-Protein-gekoppelten Re- zeptoren (GPCR). Für deren Erforschung erhiel- ten die US-Amerikaner Robert Lefkowitz und Brian Kobilka im Jahr 2012 den Chemie-No- belpreis. Diese Rezeptoren spielen in man- nigfaltigen Signaltransduktionsprozessen ei- ne Rolle, von physiologischen wie Zellwachs- tum oder -differenzierung bis hin zu Entzün- dungen oder Krebs. KeinWunder also, dass die Pharmaindus­ trie auf der Suche nach neuenWirkstoffen flei- ßig Liganden für GPCRs und Co. produziert. „… and we sell what we use“: Die Monheimer Biotechnologiefirma Cube Biotech umhegt und bändigt anspruchsvolle Membranproteine, mit Expertise und einer Extraportion Leidenschaft. „We use what we sell,... Firmenporträt: Cube Biotech (Monheim) Die Cube-Biotech-Belegschaft mit Roland Fabis (2. von links), Barbara Maertens (3. von links), Jan Kubicek (Mitte) und Roland Gamp (rechts). Foto: Sigrid März

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