Laborjournal 2018-10

| 10/2018 48 Wirtschaft Erst kürzlich adelte Die Welt Numaferm als „Deutschlands vielversprechendstes Start-up“. Was ist also dran an Numaferms vermeintlich revolutionäremVerfahren zur Biosynthese von Peptiden, die in einer Vielzahl unterschiedli- cher Anwendungsfelder eingesetzt werden können? Beginnen wir jedoch am Anfang… Regelmäßige Leser des Laborjournal -Wirt- schaftsteils kennen mittlerweile bestimmt schon die klassische Gründungsgeschichte im deutschen Biotech-Ökosystem: Geschäftstüch- tiger Jungwissenschaftler sieht seine Zukunft in der freienWirtschaft statt im eingerosteten akademischen Betrieb und gründet nach voll- endeter Doktorarbeit aus dem Schoße seiner Alma Mater eine neue Firma. So auch im Fall des Düsseldorfer Unternehmens: Im Januar 2017 wurde Numaferm als Spin-off des Ins- tituts für Biochemie der Heinrich-Heine-Uni- versität Düsseldorf gegründet. Zuvor wurde das Projekt, aufbauend auf der Promotion des Mitgründers Christi- an Schwarz, durch einen EXIST-Forschungs- transfer des Bundesministeriums fürWirtschaft und Energie gefördert. Zusammenmit seinem Schulfreund Philipp Bürling, mit demSchwarz seit der 5. Klasse befreundet ist und der vor der Gründung alsWirtschaftsinformatiker ar- beitete, zog er das Unternehmen hoch. Mehrere Investoren waren unmittelbar von Numaferms Idee samt deren Marktpo- tential überzeugt und stiegen in das frisch gegründete Unternehmen mit ein. So etwa der Hightech-Gründerfonds, die beiden deut- schen Business Angel und Qiagen-Mitgründer Detlev Riesner und Jürgen Schumacher, so- wie der European Investment Fund und der Investmentarm des Chemiekonzerns Evon- ik. Gemeinsam investierten sie einen sieben- stelliger Betrag in Numaferm. Insbesondere Riesner und Schumacher bescheinigten Nu- mafermexzellente Aussichten auf wirtschaftli- chen Erfolg. Man erkenne hier„an einemüber- zeugenden Beispiel, wie echte Innovation aus hervorragender universitärer Grundlagenfor- schung entsteht.“ Wer sich momentan im deutschen Biotech-Sektor nach potenziellen Hoffnungsträgern umschaut, kommt an einem Start-up kaum vorbei: Numaferm aus Düsseldorf. Das 2017 gegründete Unter- nehmen könnte mit einem neuen Biosynthese-Verfahren für kurzkettige Peptide die Herstellung von Pharmazeutika, Kosmetikprodukten und Biomaterialien erheblich vergünstigen. Reiche Ernte im Bioreaktor Firmenporträt: Numaferm (Düsseldorf) Numafermmacht nicht nur bei der Peptid- Herstellung eine gute Figur (oben die beiden Gründer Philipp Bürling (l.) und Christian Schwarz). Nein, auch auf der Laufstrecke. Foto: Evonik Foto: Numaferm

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