Laborjournal 2019-03

3/2019 | 15 Hintergrund men und uns an das MTA gehalten, oder wir hätten versucht, noch mal neu zu verhandeln.“ Auf die Nachfrage, was er von den Reach-Through- Bedingungen hält, die Klausen gestellt wurden, mussMaronde schmunzeln. Er ha- be selbst ein paar Jahre in einer Firma gearbeitet undwisse, wie das läuft.„Das sind dannmeist kleinere Unternehmen, die solche MTAs aufsetzen und versuchen, ihre nicht vorhandenen Forschungsabtei- lungen damit zu kompensieren“, meint Maronde. Firmen versuch- ten laut seiner Erfahrung immer wieder, Intellectual Property, also Ideen abzuschöpfen.„Da schützen sich die Unis aber mittlerweile“, weiß Maronde. So wie Klausen sich umgehend an Max-Planck-In- novation gewendet hatte, hätte sich auch Maronde beraten las- sen – und zwar bei Innovectis, einemTochterunternehmen der Goethe-Universität, das ebenfalls für den Technologietransfer ver- antwortlich ist. Ansonsten emp- fiehlt auch Maronde, das Mate- rial im Ernstfall, wenn möglich, von einer anderen Quelle zu be- ziehen, mit deren MTA man zu- friedener ist. Doch es geht auch anders. Einige Einrichtungen und Ar- beitsgruppen verzichten noch heute ganz auf MTAs. Maronde etwa habe kürzlich selbst Ma- terial ohne einen Vertrag zu- geschickt bekommen – nur mit der Bitte des Providers, in den Acknowledgements aufzutau- chen. Kahl et al. raten von die- sem Verfahren ab. Denn MTAs helfen auch bei der Nachver- folgung, Erkennung und Quali- tätskontrolle der Materialien. Au- ßerdem soll vermieden werden, dass sympathisierende Arbeits- gruppen oder Kollegen sich un- tereinander bevorzugten. Immer mehr Forschungs- einrichtungen versuchen, ein möglichst einheitliches Sys- tem zu entwickeln, das MTAs für Forscher und Institutionen sicher, schnell und unkompli- ziert abwickelt sowie die Inter- essen beider Seiten berücksich- tigt. Standardisierte und verein- fachteMTAswie das UBMTAoder OpenMTA können das unterstüt- zen. Ein weiterer Schritt wäre ei- ne komplett elektronische Ab- wicklung der MTAs, zumBeispiel in FormeinerWeb-basierten Ein- gabemaske, wie sich Herzog gut vorstellen kann. Wahrhaftig ein Problem sind hingegen die strikten, verkom- plizierten MTAs aus der Indus- trie, die durch Reach-Through- Bedingungen dieWissenschaft- ler in die Enge treiben. Hier zu einer Einigung zu kommen, ist nicht nur schwer, sondern verlangt Expertise, kostet Geld und verzögert den Wissenschaftsbetrieb ungemein. Für Klausen ist die Situation besonders ärgerlich, da das Phar- maunternehmen die Erforschung der Substanz ohnehin komplett eingestellt hatte und kein Interesse zeigte, diese zukünftig wieder aufzunehmen. So kommunizierte die Firma das zumindest gegen- über Klausen. Die Reaktion eines Kollegen von Klausen verwun- dert daher nicht.„Das ist geradezu unverschämt“, kommentiert er die Forderung des Pharmaunternehmens, dass Klausen die Rech- te an den Ergebnissen eines Projektes abgeben soll, das es ohne ihn gar nicht geben würde. Juliet Merz For Research Use Only. Not for use in diagnostic procedures. © 2019 Thermo Fisher Scientific Inc. All rights reserved. All trademarks are the property of Thermo Fisher Scientific and its subsidiaries unless otherwise specified. COL23095 0119 Find out more at thermofisher.com/attune Flow cytometry instrument Let’s get to the science Forget flow cytometry as you know it Fast, reliable performance. Powerful, intuitive software. More lasers, including a six-channel violet laser configuration. And many other features engineered around your needs. The Invitrogen ™ Attune ™ NxT Flow Cytometer is modern technology for today’s science—and tomorrow’s discoveries. Attune NxT Flow Cytometer

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