Laborjournal 2019-03

| 3/2019 32 Wirtschaft Wenn man den Biotechnologie-Bericht der Wirtschaftsprüfer von Ernest &Young aus dem Jahr 2017 glauben darf, geht‘s der Biotechno- logie weltweit gar nicht so schlecht, wie im- mer wieder gemunkelt wird. Die Finanzkrise im Jahr 2008 ließ das Biotech-Gebilde für ein paar Jahre wackeln, aber seit 2012 heißt es wieder: Wachstum! Eine zunehmende Anzahl großer Biotech-Firmen – das heißt, solche mit Einnahmen von 500 Millionen US-Dollar oder mehr – produzierten 2016 in USA und Euro- pa zusammen Einkünfte von knapp 140 Mil- liarden Euro. Tendenz steigend. Und auch die Börsen und Investoren glaubenwieder an Bio- tech. Der„Pharma, Biotech &MedTech“-Halb- jahresbericht 2018 der Marktanalysten Evalua- te und Vantage zeigte etwa, dass sich das In- vestitionsbudget allein für Biopharma von 5 im Jahr 2013 auf mehr als 12,2 Milliarden US-Dol- lar im Jahr 2017 vervielfachte. Europa muss sich dabei nicht verstecken und erwirtschaftet mit zehn Marktführern wie Actelion (Schweiz), Qiagen (Deutsch- land, Niederlande) oder Novozymes (Däne- mark) immerhin 27 der erwähnten 140 Milli- arden US-Dollar. 2017 heimsten europäische Biotech-Unternehmen laut dem Statistik-Por- tal Statista 2,4Milliarden Euro und Healthcare - Firmen gar 3,8 Milliarden Euro Venture Capi- tal ein. Aber: Spricht man über Biotech in Europa, dann fallen Namen wie Frankreich, Deutsch- land und natürlich das Vereinigte Königreich. (Letzteres zumindestmomentannoch; es bleibt abzuwarten, welchen Einfluss der Brexit auf Forschung und Entwicklung in England & Co hat.) Der 2018 veröffentlichte Life-Science -Be- richt des deutschenWirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG wähnt diese Biotech-Cluster , wie er es nennt, aufgrund der Anzahl an Biotech-, Medizintechnik- und Phar- ma-Unternehmen ganz weit vorne in Europa. Bei „Biotech in Europa“ denkt man vermutlich nicht als Erstes an Österreich. Aber das kleine Land im Herzen Europas hat nicht nur kulturell und (natur-)landschaftlich einiges zu bieten. Auch Österreichs Life-Science -Landschaft hat sich in den vergangenen Jahren auffällig gut entwickelt – und dafür gibt es Gründe. „Österreich ist Förderland“ Der Hintergrund Foto: iStock / Vepar5

RkJQdWJsaXNoZXIy Nzk1Nzg=